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- Wir sind Christen: Wir glauben an Gott, den
Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, wie er uns im Alten und
Neuen Testament bezeugt wird.
- Wir sind evangelisch: Mit den Kirchen der
Reformation bekennen wir Jesus Christus als den Herrn und Retter der
Welt, der uns allein aus Gnade und allein durch den Glauben vor Gott
gerecht gemacht hat. Die Bibel ist Maßstab für unsere Lehre und
unser Leben.
- Wir sind eine Gemeinde gläubig getaufter
Christen: Wir taufen Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen
Glaubensentscheidung die Taufe erbitten und Mitglied einer Gemeinde
werden wollen.
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Wir sind eine Freikirche: Seit
unserer Entstehung treten wir für Religions- und Gewissensfreiheit
ein und befürworten die Trennung von Kirche und Staat. Unseren
Haushalt bestreiten wir aus freiwilligen Beiträgen unserer
Mitglieder.
Was sind Baptisten?
Eine Kurzinformation
Baptisten sind - weltweit gesehen - die größte evangelische Kirche.
Besonders stark verbreitet sind sie in den USA und in Russland, aber
auch in Teilen Afrikas und Asiens. Der Name ist vom griechischen
Wort "baptistein":" taufen" abgeleitet.
In Deutschland gehören die Baptisten zum Bund
Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Dieser Bund zählt rund 88.000
Mitglieder in 930 Gemeinden und Zweiggemeinden. Er bildet damit die
größte evangelische Freikirche in Deutschland. Neben den Baptisten
gehören auch Brüdergemeinden zum Bund. Die Brüdergemeinden haben
sich in der Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden (AGB) eine
eigene Organsiationsstruktur geschaffen.
Wie andere Freikirchen auch legen die Baptisten Wert auf eine
bewusste und mündige Glaubensentscheidung als Grundlage für eine
Gemeindemitgliedschaft. Von Getauften wird erwartet, dass sie sich
mit ihren Gaben und Möglichkeiten in die Gemeinde einbringen und
gemeinsam mit anderen Christen die Liebe Gottes für alle Menschen
erfahrbar machen.
The Baptist Principles
Was Baptistengemeinden weltweit verbindet, fassen die Baptist
Principles, die baptistischen Grundsätze, zusammen:
1. Die Bibel als Gottes Wort, daher alleinige Regel und Richtschnur
für Glauben und Leben.
2. Die Gemeinde der Gläubigen,
daher die Notwendigkeit von Mission und Evangelisation.
3. Die Taufe auf das Bekenntnis des Glaubens,
daher Verbindung von Taufe und Gemeindemitgliedschaft.
4. Das allgemeine Priestertum aller Gläubigen,
daher keine Ämterhierarchie (Rangordnung).
5. Die Selbständigkeit der Ortsgemeinde,
daher kein mit besonderen Befugnissen ausgestatteter kirchlicher
Überbau.
6. Glaubens- und Gewissensfreiheit,
daher Trennung von Kirche und Staat.
Aus: Vom Leben in der Gemeinde, Eine Einführung für Mitglieder
Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Oncken Verlag Wuppertal und
Kassel, 19954 , S. 19
Worin
unterscheiden sich Baptisten von anderen Kirchen?
Eine Kurzinformation
Die Baptisten unterscheiden sich von anderen (Landes-) Kirchen durch
ihre Taufpraxis und ihr Gemeindeverständnis.
Die 1834 von dem Hamburger Kaufmann Johann Gerhard Oncken (1800 bis
1884) in Deutschland gegründeten Baptisten praktizieren die Taufe der
Glaubenden und lehnen die Kindertaufe als unbiblisch ab.
Die Gemeinden sind relativ überschaubar, da sie nur aus getauften
Mitgliedern bestehen. Dadurch entsteht oft eine familiäre Atmosphäre.
Die Gottesdienste sind offen für Gäste. Einzelne Gemeinde bieten sogar
besondere Gottesdienste für Kirchendistanzierte an. Diese
Veranstaltungen zeichnen sich aus durch moderne Musik, lebensbezogene
Predigten, kleine Theaterstücke und ähnliches. Viele dieser Elemente
sind aber auch in "normalen" Sonntagsgottesdiensten üblich geworden.
Die einzelnen Gemeinden sind gegenüber dem Bund eigenständig. Sie
finanzieren und verwalten sich selbst. Im Gemeindeleben wird das
”Laienelement” stark betont. Nach baptistischem Verständnis gibt es
keine kirchliche Handlung, die ausschließlich ”Amtsträgern” vorbehalten
wäre.
Was
bedeutet "Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden"?
Eine Kurzinformation
Unter dem Namen Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden sind in
Deutschland seit 1942 die Baptistengemeinden und die Brüdergemeinden
zusammengeschlossen. Ursprünglich gehörten auch die Elim-Gemeinden zu
diesem Verband.
Der Name will deutlich machen:
Baptisten sind evangelisch, weil sie das Evangelium, die gute Nachricht
von Jesus Christus und der Liebe Gottes, allen Menschen in Wort und Tat
weitergeben wollen.
Baptisten sind eine Freikirche, weil sie für die freie und persönliche
Glaubensentscheidung des Einzelnen eintreten und weil sie gegenüber dem
Staat und anderen Institutionen unabhängig sind. Sie erheben keine
Kirchensteuern und finanzieren ihre Arbeit durch freiwillige Spenden und
Mitgliederbeiträge.
Baptisten legen Wert auf die Gemeinde, weil sie die Überzeugung teilen,
dass Christen einander auf dem Weg des Glaubens helfen und miteinander
den Menschen dienen sollten.
Wie kann ich Christ werden?
Eine Kurzinformation
Eine sehr persönliche Frage, auf die am besten auch persönlich, das
heißt in einem Gespräch, zu antworten ist.
Hier soll kurz zusammen gefasst werden:
Nach biblischem Verständnis gehört zur Liebeserklärung Gottes an alle
Menschen eine bewusste Antwort. Da Jesus Christus nicht nur die
großartige Liebe Gottes gezeigt hat, sondern sie auch durch die Hingabe
seines Lebens am Kreuz bekräftigt hat, erscheint die einzig angemessene
Antwort auf diese Liebe, das eigene Leben Gott zur Verfügung zu stellen.
Diese Hingabe an Gott ist ein lebenslanger Prozess, der aber durch eine
bewusste Glaubensentscheidung beginnen kann. Ein kleiner Schritt, ein
einfaches Gebet, das aber Auswirkungen auf das weitere Leben hat!
Das Gebet könnte etwa so lauten:
Herr Jesus Christus, ich habe von deiner Liebe zu allen Menschen gehört.
Ich will sie gern für mich persönlich annehmen. Ich vertraue mein Leben
dir an. Ich bitte dich um Vergebung meiner Schuld. Lass mich in der
Kraft des Heiligen Geistes leben und dir und anderen Menschen dienen.
Warum taufen
Baptisten keine Säuglinge?
Weil der Glaube es immer mit einer bewussten Lebensentscheidung zu tun
hat, bei der kein Mensch einen anderen vertreten kann. Eltern und eine
Gemeinde können Kinder - auch ihren Glauben - fördern und begleiten,
aber in dieser Frage nicht stellvertretend für sie entscheiden.
Die Glaubensentscheidung sehen Baptisten als Voraussetzung für die Taufe
an. Im Neuen Testament (Markus 16, 16) heißt es: "Wer da glaubt und
getauft wird…"
Daraus leiten sie ab, dass niemand ohne persönlichen Glauben getauft
werden sollte. In der Praxis ist darum die Taufe immer auch mit einem
öffentlich abgelegten Glaubensbekenntnis des Täuflings verbunden.
Dass Glaube auch eine Einladung und ein Geschenk Gottes ist, wird durch
dieses Taufverständnis nicht in Frage gestellt. Vielmehr werden
Bekenntnis und Taufe als Antwort des Menschen auf die Anrede Gottes
verstanden. Außerdem wird erwartet, dass Gott im Zusammenhang mit der
Taufe die Kraft und Gaben des Heiligen Geistes verleiht.
Es ist in Baptistengemeinden üblich, dass Säuglinge - oft gemeinsam mit
ihrer Familie - in einem Gottesdienst gesegnet werden.
Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Zahlen
Mitglieder: 85.031
davon in Brüdergemeinden: 9.059
Gemeinden: 845
davon Brüdergemeinden: 135
Taufen 2006: 2.326
davon 308 in Brüdergemeinden.
Durchschnittlicher Gottesdienstbesuch: 74.631 Besucher
davon in Brüdergemeinden: 9.445
Jährlicher finanzieller Beitrag pro Mitglied: € 960,00
(Durchschnitt der freiwilligen Spenden)
Europäische Baptistische Föderation (EBF): 793.000 Mitglieder in 53
Bünden
Baptist World Alliance (BWA):
37 Millionen Mitglieder in 210 Bünden
(Stand 12/2006)
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