Wer wir sind
Was sind Baptisten?
The Baptist Principles
Worin unterscheiden sich Baptisten von anderen Kirchen?
Was bedeutet "Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden"?
Wie kann ich Christ werden?
Warum taufen Baptisten keine Säuglinge?
Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Zahlen
 

   

Wer wir sind

 
  1. Wir sind Christen: Wir glauben an Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, wie er uns im Alten und Neuen Testament bezeugt wird.
     
  2. Wir sind evangelisch: Mit den Kirchen der Reformation bekennen wir Jesus Christus als den Herrn und Retter der Welt, der uns allein aus Gnade und allein durch den Glauben vor Gott gerecht gemacht hat. Die Bibel ist Maßstab für unsere Lehre und unser Leben.
     
  3. Wir sind eine Gemeinde gläubig getaufter Christen: Wir taufen Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen Glaubensentscheidung die Taufe erbitten und Mitglied einer Gemeinde werden wollen.
     
  4. Wir sind eine Freikirche: Seit unserer Entstehung treten wir für Religions- und Gewissensfreiheit ein und befürworten die Trennung von Kirche und Staat. Unseren Haushalt bestreiten wir aus freiwilligen Beiträgen unserer Mitglieder.

    Was sind Baptisten?

    Eine Kurzinformation

    Baptisten sind - weltweit gesehen - die größte evangelische Kirche. Besonders stark verbreitet sind sie in den USA und in Russland, aber auch in Teilen Afrikas und Asiens. Der Name ist vom griechischen Wort "baptistein":" taufen" abgeleitet.
    In Deutschland gehören die Baptisten zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Dieser Bund zählt rund 88.000 Mitglieder in 930 Gemeinden und Zweiggemeinden. Er bildet damit die größte evangelische Freikirche in Deutschland. Neben den Baptisten gehören auch Brüdergemeinden zum Bund. Die Brüdergemeinden haben sich in der Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden (AGB) eine eigene Organsiationsstruktur geschaffen.

    Wie andere Freikirchen auch legen die Baptisten Wert auf eine bewusste und mündige Glaubensentscheidung als Grundlage für eine Gemeindemitgliedschaft. Von Getauften wird erwartet, dass sie sich mit ihren Gaben und Möglichkeiten in die Gemeinde einbringen und gemeinsam mit anderen Christen die Liebe Gottes für alle Menschen erfahrbar machen.

    The Baptist Principles

    Was Baptistengemeinden weltweit verbindet, fassen die Baptist Principles, die baptistischen Grundsätze, zusammen:

    1. Die Bibel als Gottes Wort, daher alleinige Regel und Richtschnur für Glauben und Leben.

    2. Die Gemeinde der Gläubigen,
    daher die Notwendigkeit von Mission und Evangelisation.

    3. Die Taufe auf das Bekenntnis des Glaubens,
    daher Verbindung von Taufe und Gemeindemitgliedschaft.

    4. Das allgemeine Priestertum aller Gläubigen,
    daher keine Ämterhierarchie (Rangordnung).

    5. Die Selbständigkeit der Ortsgemeinde,
    daher kein mit besonderen Befugnissen ausgestatteter kirchlicher Überbau.

    6. Glaubens- und Gewissensfreiheit,
    daher Trennung von Kirche und Staat.



    Aus: Vom Leben in der Gemeinde, Eine Einführung für Mitglieder Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Oncken Verlag Wuppertal und Kassel, 19954 , S. 19
     


Worin unterscheiden sich Baptisten von anderen Kirchen?

Eine Kurzinformation
Die Baptisten unterscheiden sich von anderen (Landes-) Kirchen durch ihre Taufpraxis und ihr Gemeindeverständnis.
Die 1834 von dem Hamburger Kaufmann Johann Gerhard Oncken (1800 bis 1884) in Deutschland gegründeten Baptisten praktizieren die Taufe der Glaubenden und lehnen die Kindertaufe als unbiblisch ab.
Die Gemeinden sind relativ überschaubar, da sie nur aus getauften Mitgliedern bestehen. Dadurch entsteht oft eine familiäre Atmosphäre.
Die Gottesdienste sind offen für Gäste. Einzelne Gemeinde bieten sogar besondere Gottesdienste für Kirchendistanzierte an. Diese Veranstaltungen zeichnen sich aus durch moderne Musik, lebensbezogene Predigten, kleine Theaterstücke und ähnliches. Viele dieser Elemente sind aber auch in "normalen" Sonntagsgottesdiensten üblich geworden.
Die einzelnen Gemeinden sind gegenüber dem Bund eigenständig. Sie finanzieren und verwalten sich selbst. Im Gemeindeleben wird das ”Laienelement” stark betont. Nach baptistischem Verständnis gibt es keine kirchliche Handlung, die ausschließlich ”Amtsträgern” vorbehalten wäre.

Was bedeutet "Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden"?

Eine Kurzinformation
Unter dem Namen Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden sind in Deutschland seit 1942 die Baptistengemeinden und die Brüdergemeinden zusammengeschlossen. Ursprünglich gehörten auch die Elim-Gemeinden zu diesem Verband.
Der Name will deutlich machen:
Baptisten sind evangelisch, weil sie das Evangelium, die gute Nachricht von Jesus Christus und der Liebe Gottes, allen Menschen in Wort und Tat weitergeben wollen.
Baptisten sind eine Freikirche, weil sie für die freie und persönliche Glaubensentscheidung des Einzelnen eintreten und weil sie gegenüber dem Staat und anderen Institutionen unabhängig sind. Sie erheben keine Kirchensteuern und finanzieren ihre Arbeit durch freiwillige Spenden und Mitgliederbeiträge.
Baptisten legen Wert auf die Gemeinde, weil sie die Überzeugung teilen, dass Christen einander auf dem Weg des Glaubens helfen und miteinander den Menschen dienen sollten.

Wie kann ich Christ werden?

Eine Kurzinformation
Eine sehr persönliche Frage, auf die am besten auch persönlich, das heißt in einem Gespräch, zu antworten ist.
Hier soll kurz zusammen gefasst werden:
Nach biblischem Verständnis gehört zur Liebeserklärung Gottes an alle Menschen eine bewusste Antwort. Da Jesus Christus nicht nur die großartige Liebe Gottes gezeigt hat, sondern sie auch durch die Hingabe seines Lebens am Kreuz bekräftigt hat, erscheint die einzig angemessene Antwort auf diese Liebe, das eigene Leben Gott zur Verfügung zu stellen. Diese Hingabe an Gott ist ein lebenslanger Prozess, der aber durch eine bewusste Glaubensentscheidung beginnen kann. Ein kleiner Schritt, ein einfaches Gebet, das aber Auswirkungen auf das weitere Leben hat!
Das Gebet könnte etwa so lauten:
Herr Jesus Christus, ich habe von deiner Liebe zu allen Menschen gehört. Ich will sie gern für mich persönlich annehmen. Ich vertraue mein Leben dir an. Ich bitte dich um Vergebung meiner Schuld. Lass mich in der Kraft des Heiligen Geistes leben und dir und anderen Menschen dienen.

Warum taufen Baptisten keine Säuglinge?

Weil der Glaube es immer mit einer bewussten Lebensentscheidung zu tun hat, bei der kein Mensch einen anderen vertreten kann. Eltern und eine Gemeinde können Kinder - auch ihren Glauben - fördern und begleiten, aber in dieser Frage nicht stellvertretend für sie entscheiden.
Die Glaubensentscheidung sehen Baptisten als Voraussetzung für die Taufe an. Im Neuen Testament (Markus 16, 16) heißt es: "Wer da glaubt und getauft wird…"
Daraus leiten sie ab, dass niemand ohne persönlichen Glauben getauft werden sollte. In der Praxis ist darum die Taufe immer auch mit einem öffentlich abgelegten Glaubensbekenntnis des Täuflings verbunden.

Dass Glaube auch eine Einladung und ein Geschenk Gottes ist, wird durch dieses Taufverständnis nicht in Frage gestellt. Vielmehr werden Bekenntnis und Taufe als Antwort des Menschen auf die Anrede Gottes verstanden. Außerdem wird erwartet, dass Gott im Zusammenhang mit der Taufe die Kraft und Gaben des Heiligen Geistes verleiht.

Es ist in Baptistengemeinden üblich, dass Säuglinge - oft gemeinsam mit ihrer Familie - in einem Gottesdienst gesegnet werden.

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Zahlen

Mitglieder: 85.031
davon in Brüdergemeinden: 9.059

Gemeinden: 845
davon Brüdergemeinden: 135

Taufen 2006: 2.326
davon 308 in Brüdergemeinden.


Durchschnittlicher Gottesdienstbesuch: 74.631 Besucher
davon in Brüdergemeinden: 9.445


Jährlicher finanzieller Beitrag pro Mitglied: € 960,00
(Durchschnitt der freiwilligen Spenden)

Europäische Baptistische Föderation (EBF): 793.000 Mitglieder in 53 Bünden

Baptist World Alliance (BWA):
37 Millionen Mitglieder in 210 Bünden


(Stand 12/2006)